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28.09.2015

Mit der Krebsdiagnose brach eine Welt für mich zusammen.

Wie gehen Erkrankte und ihre Angehörigen mit der Diagnose Krebs um? Wie geht das Leben weiter? Was ändert sich? Was macht Mut? Eine Fotoausstellung in der Immanuel Klinik Märkische Schweiz geht dem nach.
Immanuel Klinik Märkische Schweiz - Nachricht - Fotoausstellung

Die junge Frau trägt eine Blume in ihrem langen gelockten Haar. Sie lächelt mehr mit den Augen als mit dem Mund. „Ich habe gelernt, für jeden Tag dankbar zu sein“ steht unter ihrem Schwarz-Weiß Foto. Ihr Bild ist Teil einer Fotoausstellung mit Lebensgeschichten von Menschen, die an Krebs erkrankt sind, und ihren Angehörigen.

Paarweise hängen die Portraits zur Zeit an den Wänden zwischen Restaurant und Festsaal der Immanuel Klinik Märkische Schweiz. Menschen jeden Alters, Frauen, Männer, unbekannte wie bekannte Gesichter, auch der ehemalige Brandenburger Ministerpräsident Manfred Stolpe ist darunter.

Eine positive Botschaft von Erkrankten für Erkrankte

Schon während die Bilder der Ausstellung „Unser Leben mit Krebs. Betroffene machen Mut“ aufgehängt wurden, war das Interesse der Patientinnen und Patienten in der onkologischen Reha-Klinik groß. Die Geschäftsführerin Marlies Mummert war anfangs skeptisch: „Ich hatte zunächst meine Zweifel, wie das Thema Krebs dargestellt wird und wie unsere Patientinnen und Patienten darauf reagieren würden. Jetzt bin ich jedoch sehr angetan davon, welch positive Botschaft die Bilderausstellung vermittelt.“

So erzählt die 42-jährige Leiterin einer Bäckereifiliale unter ihrem Portrait: „Ich setze mich nicht in die Ecke und versuche alles mit mir selbst auszumachen. Meine Familie ist durch die Erkrankung noch enger zusammengerückt.“

Endlich ist Krebs kein Tabu mehr

Diese Statements machen Mut. Im Gästebuch der Ausstellung sind die Besucher dankbar, dass das Thema Krebs enttabuisiert wird, dass es wohl tut, wie offen die Menschen über ihre Erkrankung und den Umgang damit sprechen: „Es ist auch ein klares Signal, dass es auch mit einer solchen Diagnose möglich ist, ein normales Leben zu führen.“

Natürlich hat eine Krebserkrankung Einfluss auf den Alltag. Jedoch muss dies nicht nur negativ sein, es kann auch bedeuten, dass man seine Sicht auf bestimmte Dinge ändert, gewissen Aspekten im Leben eine größere Wertschätzung entgegen bringt, die manch „Gesunder“ bereits vergessen hat.

Das Projekt entstand in Zusammenarbeit zwischen der Selbsthilfevereinigung für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs Deutsche ILCO Landesverband Berlin-Brandenburg und der Landesarbeitsgemeinschaft Onkologische Versorgung Brandenburg (LAGO). „Es ging bei der Ausstellung darum, anderen Betroffenen Mut und Kraft zu geben im Umgang mit ihrem Leiden“, erläutert Dr. med. Birgit Bartels-Reinisch, Ärztliche Leiterin und Chefärztin in der Immanuel Klinik Märkische Schweiz und Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft LAGO ihr Anliegen.

Die Wanderausstellung ist noch bis Mitte Oktober in der Immanuel Klinik Märkische Schweiz zu sehen.

 
 
 
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