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04.02.2016

Die beste Krebsvorsorge ist ein gesunder Lebensstil

Wie entsteht Krebs? Wie kann man das Risiko, an Krebs zu erkranken, verringern? Welche Möglichkeiten zur Früherkennung gibt es? Zum Weltkrebstag am 4. Februar gibt Dr. Karin Hegenbarth aus der Poliklinik Rüdersdorf Antworten.
Poliklinik Rüdersdorf - Hämatologie, Onkologie, Palliativmedizin - Weltkrebstag - Dr. med. Karin Hegenbarth -

Dr. med. Karin Hegenbarth ist seit Januar 2016 als Fachärztin in der Praxis für Hämatologie und Onkologie, Palliativmedizin, Hämostaseologie in der Poliklinik Rüdersdorf tätig. Ihr Behandlungsschwerpunkt liegt vor allem auf sogenannten soliden Tumoren, wie Brustkrebs, Tumore des Magen-Darm- und Urogenitaltraktes sowie Lungenkrebs. Die Aufklärung und Beratung ihrer Patienten ist ihr ein wichtiges Anliegen.

Zum Weltkrebstag am 4. Februar 2016 erklärt sie, wie das Risiko, an Krebs zu erkranken, verringert werden kann, welche Einflussfaktoren bei der Entstehung einer Krebserkrankung eine Rolle spielen und wo Betroffene die beste medizinische Begleitung finden.

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Die Zahl der Krebserkrankungen weltweit steigt. Die Gründe dafür sind vielschichtig. „Wir können. Ich kann.“ Unter diesem weltweiten Motto ruft die Deutsche Krebshilfe zum heutigen Weltkrebstag 2016 dazu auf, die nach wie vor bestehenden Wissensdefizite über Krebs auszuräumen.

Frau Dr. Hegenbarth, welche Einflüsse neben genetischer Veranlagung spielen eine Rolle bei der Entstehung von Krebserkrankungen?

Der persönliche Lebensstil spielt jedenfalls eine Rolle bei der Entstehung von Krebserkrankungen. Umweltfaktoren sind in all ihrer Vielschichtigkeit noch zu wenig erforscht, können aber definitiv auch eine Rolle spielen. Bei beruflich bedingtem Kontakt zu potentiell Krebs erregenden Substanzen müssen arbeitsmedizinisch entsprechende Schutzmaßnahmen und Vorsorgeuntersuchungen eingehalten werden. Auch wenn es eine genetisch bedingte Neigung zu bösartigen Erkrankungen geben kann, sind echte erbliche Krebsformen eher selten. Träger von solchen genetischen Veränderungen sollten frühzeitig erkannt und in spezielle Vorsorgeprogramme aufgenommen werden.

Kann ich selbst das Risiko, an Krebs zu erkranken, verringern?

Die drei wichtigsten Ursachen vermeidbarer Erkrankungen (nicht nur Krebserkrankungen) sind Rauchen, Alkoholismus und Fettleibigkeit. Rauchen erhöht das Risiko an verschiedenen Krebsleiden zu erkranken deutlich, allen voran Lungenkrebs. Aber mittlerweile wurden mindestens 16 verschiedene Krebserkrankungen identifiziert, die durch Rauchen hervorgerufen werden können, wie zum Beispiel Harnblasenkrebs. Raucher haben häufig auch begleitend Lungen- oder Herzerkrankungen, was dann die Behandlung der Krebserkrankung erschwert. Auch Passivrauchen erhöht das Lungenkrebsrisiko.

Überernährung und Fettleibigkeit sind ein Risikofaktor für die Entstehung von z.B. Darmkrebs, Gebärmutterkrebs und Brustkrebs. Frauen in den Wechseljahren, die nach Operation und Therapie von Brustkrebs nicht übermäßig an Gewicht zunehmen, erleiden weniger Rückfälle. Übermäßiger Alkoholkonsum erhöht besonders in Kombination mit Rauchen das Risiko für Krebserkrankungen im Kopf-Hals-Bereich und der Speiseröhre. Bei Entwicklung einer Leberzirrhose auch für Leberzellkrebs.

Neben der Vermeidung dieser Risikofaktoren sollten auch angebotene Vorsorgeuntersuchungen wie Darmspiegelung und Mammografie durchgeführt werden. Konsequenter Sonnenschutz verringert außerdem das Risiko für Hautkrebs. Durch Impfprogramme ist in den nächsten Jahren eine Abnahme von Gebärmutterhalskrebs und weltweit durch Eindämmen von Hepatitis B Infektionen eine geringere Zahl von Leberkrebsfällen zu erwarten. Wichtig ist auch, Warnsignale und neu aufgetretene Beschwerden ernst zu nehmen und diese immer abklären zu lassen.

Laut Bundesministerium für Gesundheit müssen hierzulande 51 Prozent aller Männer und 43 Prozent aller Frauen damit rechnen, im Laufe ihres Lebens an einem bösartigen Tumor zu erkranken. Warum erkranken Männer häufiger als Frauen?

Männer neigen im Allgemeinen eher zu einem ungesünderen Lebensstil als Frauen und gehen weniger häufig zum Arzt. Ebenso nehmen mehr Frauen als Männer an Vorsorgeprogrammen teil. Allerdings holen Frauen durch den zunehmenden Nikotinkonsum leider auf, was die Anzahl an Neuerkrankungen an Lungenkrebs betrifft. Übrigens haben eine intakte Partnerschaft und überhaupt intakte soziale Bindungen einen positiven Einfluss auf den Verlauf einer Krebserkrankung.

Wo sollten Betroffene sich behandeln lassen? Wie werden sie auch psychologisch aufgefangen und gut beraten?

Betroffene sollten sich immer an Einrichtungen wenden, die auch Erfahrung in der Behandlung onkologischer Erkrankungen haben und wo eine gute Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen und Berufsgruppen gepflegt wird. Die Diagnose und Behandlung einer Krebserkrankung erfordert meist die Expertise mehrerer ärztlicher Fachrichtungen. Begleitend ist eine Betreuung durch Psychoonkologen, Sozialarbeiter, Pflegepersonal, Ernährungsberater und Palliativmedizinern sehr wichtig. Einrichtungen, die Erfahrung in der Behandlung mit Krebserkrankung haben, verfügen in der Regel auch über ein sehr gutes Netzwerk an Kooperationspartnern. Auch der Hausarzt als oft langjähriger Vertrauensarzt spielt hier eine wichtige Rolle.

Seit Anfang dieses Jahres verstärken Sie die Praxis für Hämatologie und internistische Onkologie in der Poliklinik Rüdersdorf. Gibt es etwas, das Sie sich für die ersten Wochen und Monate vorgenommen haben?

Ich möchte mich weiterhin für jeden einzelnen Patienten bemühen, um eine auf seine individuelle Krankheitssituation und seine psychischen und sozialen Bedürfnisse abgestimmte Behandlung anzubieten. Das kann ich nur gemeinsam mit anderen Kooperationspartnern und Berufsgruppen erreichen. Diese Partner stehen in Rüdersdorf auch zur Verfügung und stellen die Bedürfnisse des Patienten in den Mittelpunkt. Persönlich habe ich mir vorgenommen, auch auf den Ausgleich in der Freizeit zu achten, um meine anspruchsvolle Aufgabe mit Freude und Energie ausüben zu können.

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