Psychoonkologie

Krebserkrankungen können eine massive psychische Belastungssituation darstellen. Eine psychoonkologische Behandlung kann jedem Patienten zu jedem Behandlungszeitpunkt helfen.

 

Wann ist eine psychoonkologische Begleitung sinnvoll?

Eine psychoonkologische Begleitung kann Ihnen helfen, wenn

  • Sie in einem geschützten Rahmen über Ihre Ängste und Sorgen sprechen möchten
  • Sie merken, dass die Stimmung dauerhaft schlecht wird
  • es Probleme im familiären Umfeld gibt
  • Sie eine Begleitung während belastender Therapien wie Chemotherapie wünschen

Eine psychoonkologische Begleitung kann zu jedem Behandlungszeitpunkt erfolgen: von der Diagnoseübermittlung über die ambulante Begleitung bis zur Nachsorge und ggf. stationären Betreuung sowie im Bedarfsfall im Rahmen von SAPV. Auf diese Weise erhalten Sie eine Betreuung aus einer Hand während der gesamten Dauer Ihrer Erkrankung.

Wer kann kommen?

Die ambulante Beratung ist offen für Patienten und Angehörige aus der onkologischen Ambulanz der Poliklinik Rüdersdorf sowie für Patienten nach dem Aufenthalt auf der Palliativstation zur weiteren Begleitung.

Im Einzelfall können Hausbesuche im Rahmen von SAPV erfolgen.

Palliative Psychoonkologie

Die psychologische Begleitung schwerkranker und sterbender Patienten sowie ihrer Angehörigen ist eine zentrale Aufgabe der palliativmedizinischen Versorgung. Entsprechend dem palliativmedizinischen Konzept geht es in der Palliativpsychologie um Symptomkontrolle und Linderung von beispielsweise Ängsten und depressiven Verstimmungen.

Patientenbetreuung

Eine palliativpsychologische Unterstützung soll dazu beitragen, starke Belastungen und Störungen im Erleben und Verhalten frühzeitig zu erkennen und mit wissenschaftlich überprüften Methoden zu behandeln. In der Palliativsituation bezieht sich dies in erster Linie auf die psychischen Auswirkungen der körperlichen Erkrankung und die Krankheitsbewältigung. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass ca. 50 % der Patienten in einer palliativen Situation psychische Belastungen aufweisen, die behandlungsbedürftig sind. Am häufigsten sind Anpassungsschwierigkeiten, Ängste und depressive Erkrankungen.

Durch das feste Eingebundensein der Psychologin in die Teamabläufe und den stationären Kontext der Palliativstation wird automatisch der Kontakt von der Psychologin zu den Patienten hergestellt und der Unterstützungsbedarf kann klinisch-psychodiagnostisch ermittelt werden. Somit kann jedem Patienten ein psychoonkologisches Gespräch angeboten werden.

Bei einem palliativ-psychoonkologischen Erstgespräch werden anhand standardisierter Erhebungsverfahren die seelischen Belastungen im Einzelnen systematisch erfasst. Diese Diagnostik bildet die Basis für die weitere individuelle Gestaltung der Betreuung. Die palliative Psychologie verfügt hier über ein breites Behandlungsrepertoire, wobei eine bedürfnis- und ressourcenorientierte Herangehensweise im Vordergrund steht.

Eine palliativpsychologische Betreuung zur Symptomkontrolle und –linderung umfasst im Einzelnen supportive Gespräche zur Entlastung, Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung, Behandlung von Ängsten und Depressionen in enger Abstimmung mit Ärzten und Psychiatern, Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie, Sterbebegleitung, Krisenintervention, sowie Anleitung zu Imaginations- und Entspannungsverfahren.

Angehörigenbetreuung

Angehörige stellen eine wichtige Ressource für die Patienten dar. Daher ist ein Ziel palliativpsychologischer Betreuung, diese Ressource langfristig zu erhalten. Da wissenschaftliche Studien zeigen, dass Angehörige mindestens so belastet sind wie die Patienten selbst, umfasst eine palliativpsychologische Betreuung immer auch einen Einbezug der Angehörigen, da die Erkrankung des Patienten das ganze Familiensystem betrifft. Es kommt z. B. zu Rollenveränderungen, Notwendigkeit der Neuorganisation, finanziellen Einbußen und Änderungen der Kommunikation innerhalb der Familie.

Im Rahmen palliativpsychologischer Einzelgespräche kann die Psychologin beispielsweise als Sprachrohr fungieren und der Entlastung, der Themensortierung, dem Aussprechen jeweils eigener Bedürfnisse sowie von Tabuthemen dienen.

Wie läuft eine psychoonkologische Behandlung in der Ambulanz ab?

Für unsere ambulanten Patienten besteht die Möglichkeit der Begleitung während mitunter belastender Therapien wie z. B. Chemotherapie. Angeboten werden z. B. supportive Gespräche zur Entlastung sowie Anleitung zu Imaginationsverfahren zur Symptomkontrolle.

Es findet in der Regel ein Erstgespräch statt, in dem eine umfangreiche Erhebung des Beschwerdebildes erfolgt. Häufige seelische Begleitsymptome einer Krebserkrankung können sein: Erschöpfung, Stimmungsschwankungen, Angst/Sorgen/Anspannung und Trauer/Niedergeschlagenheit. Zusätzliche Belastungsfaktoren im familiären Umfeld oder beruflich/wirtschaftlicher Natur werden ebenfalls berücksichtigt. Nach der Diagnostik erfolgt die individuelle Therapieplanung. Es können Einzelgespräche, Paargespräche oder Angehörigengespräche geplant werden. Insgesamt wird auf eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem ärztlichen und weiteren Personal großen Wert gelegt.

Bei Bedarf findet soweit möglich eine Weitervermittlung in wohnortnahe ambulante psychoonkologische Psychotherapie bzw. in andere Institutionen/Einrichtungen statt.

Terminvergabe

  • Nach telefonischer Vereinbarung (AB)
  • Bei Kontaktwunsch können Sie auch direkt den Ärzten oder dem Pflegepersonal in der Onkologischen Ambulanz bzw. auf der Palliativstation Bescheid sagen.
 

Wo kann ich weitere Informationen finden?

Um als Patient oder Angehöriger selbst gut über die Erkrankung informiert zu sein, können Sie sich im Internet unter den unten angegebenen Adressen umfassend informieren:

 
 
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Alle Informationen zum Thema

Palliativmedizin

Praxis für Hämatologie und Onkologie, Palliativmedizin, Hämostaseologie

Immanuel Klinik Märkische Schweiz

Ansprechpartner

  • Verena Zettl
    Psychoonkologin

    Onkologisches Versorgungszentrum Märkisch-Oderland
    Seebad 82/83
    15562 Rüdersdorf
    T 033638 83-147
    F 033638 83-152
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